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„Belastungen treffen schon die Kleinsten“

Vorarlberger Kinderdorf zieht Bilanz: Zusätzliche Belastungen für erschöpfte Familien rauben Kindern Entwicklungschancen.

Im Vorjahr wurden 3200 Kinder und deren Familien mit präventiven, ambulanten und stationären Angeboten in sieben Fachbereichen gestärkt. Der Einsatz der Kinderschutzeinrichtung gilt dabei vor allem jenen Kindern, deren Familien von Armut und Krankheit betroffen sind, die aufgrund existenzieller Sorgen erschöpft sind und denen laut Geschäftsführer Christoph Hackspiel zunehmend gesellschaftliche Solidarität entzogen wird. Als Beispiele nennt Hackspiel u. a. Kürzungen der Sozialhilfe, die Abschaffung des Bundesgesetzes zum Schutz von Kindern und viel zu wenig Mittel für Prävention. Staatliches Handeln zeige sich verstärkt „durch Ausgrenzung, anstatt unabhängig von Status und Herkunft auf das Wohl aller Kinder zu achten und in ihre Talente und Fähigkeiten zu investieren“. In Vorarlberg sei es in enger Kooperation mit dem Land und den Gemeinden, aber auch durch breite Unterstützung der Bevölkerung möglich, dringend notwendige Beziehungsnetzwerke aufzubauen und möglichst frühe Hilfestellungen umzusetzen. „Der Schutz von Kindern kann nur gelingen, wenn wir uns alle verantwortlich fühlen“, sagt Christoph Hackspiel.

Steigender Druck für Familien am Limit

Der Druck auf Familien, die sozial isoliert und psychisch erschöpft sind, sei im vergangenen Jahr spürbar gewachsen. Besonders betroffen seien vor allem Alleinerziehende. „Auch der Ruf nach mehr eigener Anstrengung verschärft die Belastungssituation der Eltern und den Stress für die Kinder“, warnt Alice Hagen-Canaval. Dadurch würden Kindern Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten entzogen, heißt es seitens des Vorarlberger Kinderdorfs. Mit fünf Regionalteams unterstützte der Ambulante Familiendienst im Vorjahr 527 Kinder und deren Familien.

Schon Babys betroffen

„Für Kinder haben existenzbedrohende Belastungen und Zukunftsängste der Eltern lebensentscheidende Folgen“, betont auch „Netzwerk Familie“-Leiterin Christine Rinner.  „Aufwachsen in Armut bedeutet eine Gefahr für die altersentsprechende Entwicklung eines Kindes.“ Die Folge sind schlechtere Bildungschancen, gesundheitliche Belastungen, Scham und sozialer Ausschluss. Gravierend seien die Auswirkungen schon für die Kleinsten: „Häufig kommen die Babys mit einem geringeren Geburtsgewicht auf die Welt und weisen Entwicklungsverzögerungen auf.“ 511 junge Familien mit 1009 Kindern wurden durch Netzwerk Familie um den Zeitpunkt der Geburt eines Kindes unterstützt. Mit dieser frühzeitigen Hilfe wird der Bedeutung der ersten Lebensmonate und -jahre für das ganze spätere Leben Rechnung getragen. „Gerade in dieser Zeit brauchen Eltern möglichst viel Unterstützung“, erklärt Christine Rinner.

Einsatz für andere

Eine enorme Bereitschaft, sich für andere einzusetzen, zeigte u. a. auch eine Kampagne des Vorarlberger Kinderdorfs zur Pflegeelternsuche. Für 24 Kinder und Babys konnten im vergangenen Jahr neue Pflegeeltern gefunden werden. Groß war auch die Entlastung, die 287 Freiwillige durch ein Ehrenamt mit Kindern in Familien bewirken konnten. Darüber hinaus nahm der Einsatz für mehr Chancengerechtigkeit für Care Leaver – junge Erwachsene, die eine betreute Einrichtung verlassen – einen zentralen Stellenwert ein. 65 jungen Erwachsenen stand die Ehemaligenbetreuung des Vorarlberger Kinderdorfs auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit mit Rat und Tat zur Seite. Eine Fachtagung verdeutlichte, wie wichtig die Kinder- und Jugendhilfe über das vollendete 18. Lebensjahr hinaus für die Betroffenen ist.

Optimistisches Netzwerk

Dank gebühre allen, die an einem optimistischen Netzwerk der Mitmenschlichkeit knüpfen: den Mitarbeiterinnen, SpenderInnen, dem Land und den Gemeinden, den Medien und Partnerorganisationen. „Sie alle tragen dazu bei, gefährdeten Kindern und deren Familien die Hand zu reichen, individuelles Leid zu lindern und in den sozialen Frieden in unserem Land zu investieren.“

Den Jahresbericht anfordern: T 05574-4992-0, vermittlung@voki.at

Mehr Geschichten, Infos & Fakten im Jahresbericht 2018

Ergänzung zum Jahresbericht: Für die Spendenwerbung sowie die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen sind der Geschäftsführer, Dr. Christoph Hackspiel, die Leiterin Kommunikation & Fundraising, Sylvia Steinhauser, und die Leiterin Betriebswirtschaft, Claudia Sohm, MBA verantwortlich. Für die widmungsgemäße Verwendung der Spenden sind der Geschäftsführer, Dr. Christoph Hackspiel, und die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder verantwortlich.

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